Samstag, 30. April 2016

[Rezension] "Honigtot" von Hanni Münzer

"Liebe ist das Einzige, das diese Welt heilen kann."


Klappentext

Wie weit geht eine Mutter, um ihre Kinder zu retten?
Wie weit geht eine Tochter, um ihren Vater zu rächen?
Wie kann eine tiefe, alles verzehrende Liebe die Generationen 
überdauern und alte Wunden heilen?


Inhalt

"Liebe ist das Einzige, das diese Welt heilen kann.", sagte Onkel Wolfgang.

In Honigtot geht es um eine Familiengeschichte, die sehr durch den zweiten Weltkrieg und die damit verbundene Judendeportierung beeinflusst wird. Es spielen auch Geheimnisse, Lügen, Skrupellosigkeit, Grausamkeit, Angst, Kämpfe und - in diesen Zeiten schwer zu finden - Liebe eine große Rolle. 

Nach ein paar Jahren findet Martha eine hinterlassene Familiengeschichte ihrer Mutter. Dieser geht sie auf die Spur und findet sogar heraus, warum sie von ihrer Mutter nie solche Liebe erfahren hatte, wie andere Kinder.

Mir gefällt der Wechsel zwischen zwei Zeiten (Vergangenheit, Gegenwart) und den der verschiedenen Personen sehr gut. Auch standen oft Orte und Daten bei den neuen Kapitelüberschriften, was dem Leser dabei half, sich in der Zeit zurechtzufinden. Auch gab es eine Stadtkarte von München, auf der die einzelnen wichtigen Handlungsorte dargestellt wurden.


Solch ein Buch hätte ich mir selbst wahrscheinlich nicht zum Lesen ausgesucht. 
Ich habe dieses Buch auf die Empfehlung einer Bekannten hin gelesen. Wir hatten uns über Jojo Moyes- Bücher und Jojo Moyes' guten Schreibstil unterhalten und sie kam dann auf "Honigtot" zu sprechen.
Meine Bekannte hatte nicht unrecht, Hanni Münzer hat so gut geschrieben, dass ich im Buch versunken bin. Die Story ging mir sehr nah. Die Autorin hat auch die Wahrheiten, wie zum Beispiel Folter nicht ausgespart. Diese Teile des Buches waren echt nicht leicht zu lesen.

Mich hat es sehr ergriffen, dass sich die Hauptperson so in einer vermeintlich guten Person (ich versuche nicht zu spoilern!) getäuscht hat. Auch habe ich sehr über die Mitglieder der ZOB gestaunt, die trotz Verletzungen, Folter, Erpressung und weiterem weiterhin gegen die Nazis angekämpft haben, obwohl sie gefoltert und/ oder getötet wurden.
Man hat die Gefahr beim Lesen intensiv fühlen können, als beträfe es einen persönlich. Leider ist Nationalsozialismus immer noch ein Thema in unserer heutigen Gesellschaft. :(

Was mich ein wenig von der ganzen Grausamkeit ablenken konnte, waren die Menschen im Buch, denen die Protagonisten trotz der Umstände noch vertrauen konnten. Die, die ihnen auch immer noch geholfen haben und nicht wegsahen.

Doch warum "Honigtot"?
In ihrer Nachbemerkung gibt uns Hanni Münzer die Antwort:
Ich wählte ihn, weil aus Honig der Trank der Götter bereitet wird: Met. Met(h) ist das hebräische Wort für "tot". Auch ist das Schicksal der Bienen eng mit dem der Menschen verknüpft. "Wenn die Biene stirbt, hat der Mensch noch vier Jahre zu leben." Dieser Satz stammt von einem sehr weisen Menschen: Albert Einstein.

Informationen

Autor/in: Hanni Münzer
Originaltitel: Honigtot
Erschienen am: 10. Januar 2014
Seitenzahl: 472 Seiten
ISBN- Nummer: 978-3492307253
Preis: 9,99€
Verlag: Piper


Wie viele geschichtliche Romane hast du schon gelesen?

Ich werde das Buch wahrscheinlich nicht wieder lesen. Auf der einen Seite war es ausgeliehen und auf der anderen habe ich mir das Wissen einmal angeeignet und möchte mir die Grausamkeiten nicht nochmal durchlesen. :/ 
Nichtsdestotrotz war es wundervoll geschrieben.

P.S.: Die ganzen Klebezettel im Buch (Foto oben), dienten mir als Lesezeichen für geschichtlich relevante Geschehnisse.
Bis bald,
Mia :)
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Dieses Buch... ist... boah! Sowas von lesenswert , anders kann man das gar nicht beschreiben!